Diego Pooth will kein Influencer sein und „etwas Eigenes“ aufbauen

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10.07.2026 um 12:00 Uhr
    Diego Pooth will kein Influencer sein und „etwas Eigenes“ aufbauen | © Imago
    Diego Pooth will als Unternehmer erfolgeich sein. | ©Imago

    In der neuen Langzeit-Reality-Doku "Born Famous - Fluch oder Segen?" begleitet ProSieben (ab 16. Juli) vier junge Menschen dabei, wie sie ihre eigene Identität entwickeln und sich von den Erwartungen ihrer prominenten Eltern abgrenzen. 

    Dazu zählt neben Gloria-Sophie Burkandt, Tochter des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder, Summer Terenzi und Josefine Scholl auch der Unternehmer, Student und Moderatoren-Sohn Diego Pooth. "Wenn unsere Familie eine Serie wäre, müsste man nur die Kamera draufhalten. Es passiert immer etwas", so beschreibt Diego seinen Familienalltag rund um seine Mutter, Moderatorin Verona Pooth. "Diego hat die Berühmtheit seiner Mutter gut überlebt. Er wurde nie abgehoben", sagt seine Mutter stolz. 

    Im Interview mit HÖRZU erzählt der 22-Jährige, wie er sich will sich mit seinem Start-Up als Unternehmer beweisen will und warum er sich manchmal kurz fragt, ob versehentlich ein Doppelleben führt.

    Was hat dich bewogen, bei „Born Famous“ mitzumachen?

    In dieser Doku erzähle ich, wer ich bin. Nicht andere. Das finde ich spannend.  Natürlich gibt es Themen, bei denen man kurz schluckt, bevor man sie vor der Kamera anspricht. Aber wenn man so ein Format macht, sollte man nicht nur die Hochglanzmomente zeigen. Dafür gibt es schließlich Instagram.

    Was ist dir wichtig, dass die Zuschauer nach der Doku über Diego Pooth wissen?

    Dass ich ein ziemlich normaler Typ bin. Mit Zielen, Unsicherheiten, Ehrgeiz und einer Familie, die mir viel bedeutet. Und dass mein Alltag deutlich mehr aus Arbeit, Studium und Excel-Tabellen besteht, als viele wahrscheinlich vermuten.

    Wo ist für dich heute eigentlich Zuhause?

    Zuhause ist für mich dort, wo die Menschen sind, die ich liebe. Berlin und mein Studium fordern mich heraus, Dubai verbindet mich mit meiner Familie, und bei meiner Oma gibt es die beste Kombination aus Geborgenheit und Essen. Das ist schwer zu schlagen.

    Was ist der größte öffentliche Irrtum über Diego Pooth?

    Dass ein bekannter Nachname automatisch die Arbeit ersetzt. Wenn das so wäre, würden wahrscheinlich deutlich mehr Menschen mit berühmten Eltern erfolgreich Unternehmen gründen.

     Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass ein berühmter Nachname zwar Türen öffnen kann – aber niemand für dich hindurchgeht?

    Relativ früh. Eine Tür kann sich vielleicht öffnen, aber spätestens im Raum interessiert es niemanden mehr, wie du heißt. Dann zählt nur noch, was du kannst.

    Viele denken, Kinder prominenter Eltern hätten es automatisch leichter. Was ist die Seite, die die meisten dabei nicht sehen?

    Dass man oft an einem Maßstab gemessen wird, den man selbst gar nicht gesetzt hat. Man bekommt Vorschussvertrauen, aber auch Vorurteile – beides kann eine Herausforderung sein.

    Viele Promi-Kinder werden heute als „Nepo-Babys“ abgestempelt. Was denkst du über diesen Begriff?

    Ich finde, “Nepo Baby” ist oft das Ende einer Diskussion, bevor sie überhaupt angefangen hat. Der Begriff erklärt sehr schnell, wo jemand herkommt, aber überhaupt nicht, wer jemand ist.

    Du baust ein eigenes Unternehmen auf. Wie viel davon ist Diego – und wie viel der Wunsch, deinem Vater etwas zu beweisen?

    Ich glaube jeder Sohn möchte irgendwann zeigen, dass er auf eigenen Beinen stehen kann. Aber mein Antrieb ist vor allem, etwas Eigenes aufzubauen. 

    Was hast du von deinem Vater gelernt, das in keinem BWL-Lehrbuch steht?

    Dass man Geschäftsideen nicht nach Begeisterung bewertet, sondern nach Realität. Und dass ein ehrliches „Das funktioniert nicht“ oft wertvoller ist als zehn Komplimente.

    Warum wolltest du Unternehmer werden – und nicht Influencer?

    Weil mich der Aufbau von Unternehmen schon immer fasziniert hat. Ich habe Respekt vor Menschen, die erfolgreich Content machen, aber mich interessiert eher die Frage: Wie erschafft man etwas, das auch noch funktioniert, wenn das Handy ausgeschaltet ist?

    Muss man als Kind prominenter Eltern mehr aufpassen?

    Man weiß zumindest, dass dumme Entscheidungen eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit haben, fotografiert zu werden. Aber meine Eltern haben mir nie beigebracht, Angst vor Fehlern zu haben. Eher, Verantwortung für sie zu übernehmen.

    Deine Meinung über Klatschblätter?

    Sie gehören zur Medienlandschaft dazu. Manchmal liest man Dinge über sich und fragt sich kurz, ob man versehentlich ein Doppelleben führt. Mit der Zeit lernt man aber, das einzuordnen.

    Was war bisher der Moment, in dem du am meisten an dir gezweifelt hast?

    Immer dann, wenn etwas nicht sofort geklappt hat. Heute sehe ich Rückschläge deutlich entspannter. Das musste ich erst lernen. Ich konnte mit Niederlagen nicht wirklich gut umgehen. Sie sind auch jetzt selten angenehm, aber meistens doch lehrreicher als Erfolge.

    Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass du dir deinen Erfolg selbst erarbeiten musst?

    Von klein auf, eigentlich durch meine Eltern. Trotz aller Möglichkeiten war die Botschaft zuhause immer dieselbe: Niemand schuldet dir etwas. Und wer in dieser Familie besteht, besteht auch alles andere, sage ich immer. 

    Du hast für „Let’s Dance“ dein Studium zeitweise zurückgestellt. Würdest du dieselbe Entscheidung wieder treffen?

    Ja. Nicht nur wegen der Show, sondern wegen allem, was ich dabei gelernt habe. Außerdem gibt es nicht viele Gelegenheiten im Leben, bei denen man so gefordert wird, manchmal so leiden muss, aber dann auch wachsen kann. Persönlich vor allem.

    Hat dir „Let’s Dance“ mehr Türen geöffnet – oder mehr Druck gemacht?

    Beides. Denn mehr Sichtbarkeit bedeutet automatisch mehr Erwartungen. Aber ich glaube, Druck ist oft nur Verantwortung in einem etwas unangenehmeren Outfit.

     

    Deine Mutter sagt: „Man kann googeln bis nach Mexiko – diese Bilder von Diego gibt es nicht.“ Wie wichtig war es dir immer, solche Bilder nicht zu liefern?

    Ich habe nie versucht, krampfhaft perfekt zu wirken. Mir war nur wichtig, Entscheidungen zu treffen, die ich auch ein paar Jahre später noch vertreten kann. Das spart im Zweifel auch Diskussionen beim Familienessen.

    In welchen Momenten wärst du gern mal nicht der vernünftige Diego gewesen?

    Wahrscheinlich in einigen Situationen, in denen spontane Entscheidungen zunächst deutlich mehr Spaß versprochen hätten. Aber meistens war die vernünftige Version am nächsten Morgen dann doch die bessere.

    Was würde dein Großvater wohl zu deinem Nahrungsergänzungs-Konzept sagen?

    Er würde wahrscheinlich erst einmal zehn kritische Fragen stellen. Und wenn er danach überzeugt wäre, wäre das für mich das größte Kompliment überhaupt.

    Was möchtest du irgendwann lieber hören: „Das ist Veronas Sohn“ – oder „Verona Pooth ist die Mutter von Diego“?

    Ganz ehrlich? Ich empfinde das nicht als Konkurrenz. Ich bin stolz auf meine Familie. Wenn die Leute irgendwann sagen: „Das ist Diego“ – dann reicht mir das völlig.

    "Born Famous - Fluch oder Segen?" läuft ab Donnerstag, 16. Juli 2026, um 20:15 Uhr auf ProSieben und zum Streamen auf Joyn.