Die fünfte und letzte Staffel von „Babylon Berlin“ führt Gereon Rath und Charlotte Ritter mitten hinein in die dramatischen Wochen von Hitlers Machtantritt. HÖRZU war bei den Dreharbeiten dabei und sprach mit Regisseur Tom Tykwer über spektakuläre Szenen, überraschende Wendungen – und den Abschied von einer der erfolgreichsten deutschen Serien.
Berlin, 1933. Als mehrere Männer nacheinander sterben – scheinbar ohne Zusammenhang –, stoßen die Ermittler Gereon Rath (Volker Bruch) und Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) auf ein brisantes Geheimnis. Der Psychiater Dr. Edmund Forster (Ulrich Noethen) soll Adolf Hitler, den mächtigsten Mann Deutschlands, kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs 1918 in einem Lazarett behandelt haben. Ein finsteres Kapitel, das so gar nicht zum Mythos vom kerngesunden „Führer“ passt – weshalb jetzt offenbar alle, die davon wissen, darunter ehemalige Mitpatienten, aus dem Weg geräumt werden sollen.
Mit dieser fiktiven Mordserie, die Hitlers Machtantritt und ein rätselhaftes Kapitel seiner Vergangenheit miteinander verknüpft, eröffnet die fünfte und letzte Staffel der preisgekrönten, in mehr als 140 Länder verkauften Erfolgsserie „Babylon Berlin“. Die Serie stammt von Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten.
HÖRZU traf Tykwer bei den Dreharbeiten in Berlin. Über die Recherche zur finalen Staffel schwärmt er: „Wir sind auf so spektakuläre und unerzählte Geschichten gestoßen, dass es mich wirklich sprachlos macht.“ Die faszinierendste, so Tom Tykwer weiter, sei die des von Ulrich Noethen dargestellten Psychiaters, der über gefährliches Insiderwissen verfügt. Forster wird in der Serie gejagt und trifft auf der Flucht auf frühe Widerstandskämpfer in einem Pariser Café.
Ulrich Noethen, erzählt Tykwer, verkörpere eine „düstere, komplexe Figur, die wirklich großen Einfluss auf die Geschichte hätte nehmen können“. Erzählt wird die spannende Geschichte in einem Zeitfenster von fünf Wochen – „zwischen der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler und den von ihm ausgerufenen Neuwahlen“, erklärt Tom Tykwer.
Kurz zuvor findet der glanzvolle Berliner Presseball statt, das letzte rauschende Fest der Weimarer Republik – jene Szene, bei deren Dreh HÖRZU dabei ist. Diese sei als ein kompliziertes Katz-und-Maus-Spiel aufgezogen und würde ein bisschen an eine Sequenz aus „Mission: Impossible“ erinnern. 130 Komparsinnen und Komparsen verwandeln den Pariser Platz in eine Ballnacht vor dem Untergang, Nebelmaschinen tauchen die Szenerie in gespenstischen Dunst. Während drinnen getanzt wird, übernehmen draußen, direkt vor dem Brandenburger Tor, SA-Kolonnen die Macht auf der Straße. Mittendrin: Charlotte, die vom Ballgeschehen hinaustritt in das nächtliche Berlin – eine Stadt, die im Begriff ist, eine andere zu werden. Am Ende der fünf Wochen steht der Reichstagsbrand, für Regisseur Tom Tykwer das starke visuelle Symbol für das Ende der Demokratie.
Die Vorlage für die letzte Staffel sei, so Tykwer, Volker Kutschers Ro man „Märzgefallene“ gewesen, erschienen 2014. Jeder Charakter stehe nun vor der Frage, für welche Seite er sich entscheidet: „Wohin gehst du? Wo stehst du? Man kann sich nicht mehr verstecken.“ Das gilt selbst für das eingespielte Team Gereon Rath und Charlotte Ritter. Endlich leben die beiden zusammen – doch ausgerechnet jetzt hüten sie jeweils ein Geheimnis. Charlotte treibt es auf eine geheime Mission bis nach Paris. Und Gereon? Seine eigene Kriegsvergangenheit verbindet ihn mit dem Fall – dann verschwindet der Kommissar spurlos…
Weil Liv Lisa Fries während der Produktion krankheitsbedingt ausfiel, musste der Dreh unterbrochen und neu getaktet werden – erst Anfang Dezember 2025 fiel die letzte Klappe. Am Ende, so Tykwer, sei jedoch alles gut ausgegangen. Und mehr noch: Der Showdown hält einige Überraschungen parat. Auf Lars Eidingers Figur Alfred Nyssen wartet laut Tykwer „ein spektakuläres Finale“. Zum Schluss gibt es zudem in einer Art Rückblick ein Wieder sehen mit vielen vertrauten Gesichtern aus früheren Staffeln.