Wie gut kennen Sie Günther Jauch? Zum 70. gratuliert HÖRZU mit einem Quiz. Der Clou: Die Lösungen hat uns der Meister persönlich verraten!
Eine einfache Quizfrage zum Aufwärmen: Wie beschrieb sich Günther Jauch 2009 in einem Interview? Als a) streng und böse, b) ungerecht und unberechenbar, c) klug und gnädig oder d) fies und fair? Die richtige Antwort lautet b): „Ich übe mich gern in Ungerechtigkeit, damit ‚Wer wird Millionär?‘ unberechenbar bleibt“, gestand der Moderator damals. Nur eine von vielen überraschenden Wahrheiten über Deutschlands populärsten Quizmaster.
Am 13. Juli wird der Mann, der seit Jahrzehnten Millionen RTL-Zuschauer durch den Abend begleitet, 70 Jahre alt. Großen Geburtstagswirbel? Möchte Jubilar Jauch partout nicht. HÖRZU-Chefreporter Mike Powelz mailte ihm schon vor Wochen wegen eines Interviews – und erhielt eine Absage, höflich, bescheiden und geerdet: „Es ist nur so: Ich habe Dutzende von Wünschen zu dem Datum bekommen und habe alles, sowohl im TV als auch Podcast als auch Print, abgesagt. Ich bitte einfach nur um Verständnis. Vielleicht klappt's zum 75. Freundlich grüßt Günther auch.“
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Natürlich gratuliert HÖRZU dem prominenten Geburtstagskind trotzdem – mit dieser Hommage. Aber weil ein gewöhnliches Porträt über Deutschlands Quizmaster Nummer eins der Popularität Jauchs nicht einmal ansatzweise gerecht würde, erzählen wir seine Geschichte lieber in der einzigen Form, die wirklich zu ihm passt: als Quiz – zusammengestellt aus exklusiven HÖRZU-Interviews mit dem Moderator. Natürlich mit steigendem Schwierigkeitsgrad, überraschenden Antworten sowie einigen kuriosen Fakten, die selbst eingefleischte Jauch-Fans verblüffen dürften.
Womit wir auch schon bei der nächsten, bereits kniffligeren Jauch-Frage wären: Bei welchem Wissensgebiet hält sich der Allrounder selbst für hoffnungslos schwach? a) Geografie, b) Fußball, c) Astronomie, d) deutsche Geschichte? Richtig ist ... c)! „Für mich ist alles schrecklich, was mit Astronomie zu tun hat“, gestand Jauch HÖRZU 2009. Auch bei Hollywood-Stars, Film, Oper und Theater würde er als Kandidat wahrscheinlich einen Telefon-Joker brauchen. Oder lieber passen.
Den Starmoderator nur als Quizmaster zu sehen, hieße jedoch, einen wesentlichen Teil seiner Karriere zu übersehen. Denn bereits Jahrzehnte, bevor sich RTL Jauch angelte, war er im Hörfunk und TV erfolgreich. Auf seine Radiojahre von 1985 bis 1989 beim Bayerischen Rundfunk – Seite an Seite mit seinem besten TV-Kumpel Thomas Gottschalk – und erste Showauftritte folgte „das aktuelle Sportstudio“ im ZDF. Ab 1990 dann das Magazin „stern TV“ bei RTL, das Jauch mehr als 20 Jahre prägte. Dort bewies er, dass er weit mehr draufhat als pure Unterhaltung: Mal konfrontierte er Politiker, mal deckte er Missstände auf, mal begleitete er bewegende Schicksale. Sein Mix aus unverhohlener Neugier, journalistischer Hartnäckigkeit und trockenem Humor, gepaart mit skeptischer Mikromimik, verschmitztem Witz und Pokerface wurde zu Jauchs Markenzeichen. Bis heute.
2011 wagte Jauch den nächsten, im Rückblick wohl riskantesten Karriereschritt: Mit seiner ARD-Talkshow „Günther Jauch“ ging er direkt nach dem „Tatort“ auf Sendung. Damit war Deutschlands Quizkönig auf einmal „Diener zweier Herren“, wie er es selbst nannte. Konkret: ein Wanderer zwischen den Welten des Privatsenders RTL und der öffentlich-rechtlichen ARD. HÖRZU verriet er vor dem Start, dass er sich der Gefahren wohl bewusst sei: „Eine Livesendung ist immer ein Flug mit ungewissem Ausgang.“ Er prophezeite sogar: „Ich werde sicher Fehler machen.“ Vier Jahre lang stritt er fortan sonntagabends mit Politikern – stets mit dem Anspruch, ein junges Publikum für Politik zu gewinnen. 2015 brach er dann abrupt ab. Seine Begründung: Zu viele Entscheider hätten bei Themen und Gästen mitreden wollen, was er als „fürsorgliche Belagerung“ empfand – unvereinbar mit seinem Verständnis von journalistischer Unabhängigkeit. Die angebotene Vertragsverlängerung? Lehnte Jauch „dankend“ ab.
Das Multitalent war immer schon weit mehr als „nur“ Moderator. Seine 2000 gegründete Produktionsfirma i&u TV verantwortete zeitweise bis zu 130 Sendungen im Jahr, vom Magazin „stern TV“ bis zur Show „Klein gegen Groß“ mit Kai Pflaume. 2019 verkaufte Jauch die Firma, blieb ihr aber als Moderator und Berater erhalten. Auch das ist ein Teil seiner Ausnahmestellung, die HÖRZU früh und oft gewürdigt hat. Gleich viermal wurde Jauch mit der GOLDENEN KAMERA geehrt: 1988, 2001, 2011 und 2016. Damit zählt er zu den meistausgezeichneten TV-Gesichtern unseres Landes. Und mehr noch: auch zu den vertrauenswürdigsten! 2017 wählten die Deutschen Jauch in einer repräsentativen Forsa-Umfrage für HÖRZU zum größten lebenden Vorbild – noch vor Joachim Gauck, Angela Merkel und Hape Kerkeling. Und damit kommen wir zur nächsten Quizfrage: Wen bewundert Günther Jauch selbst am meisten? a) Politiker, b) Wissenschaftler, c) Spitzensportler oder d) Helden des Alltags? Die richtige Antwort lautet d). „Besondere Sympathien habe ich für die im Allgemeinen völlig unbekannten Helden des Alltags“, verriet Jauch HÖRZU 2017 – und meinte damit Menschen, die Verantwortung übernehmen, anderen helfen oder ihre Arbeit mit „Leidenschaft und Hingabe“ verrichten – und sei sie noch „unspektakulär“.
Seine eigenen Vorbilder? Als Kind, so der Moderator, habe er Fußball spielen wollen wie Franz Beckenbauer. Oder den Mond erobern wie Neil Armstrong. Historisch hingegen imponierten ihm vor allem Frauen und Männer, die unter den Nazis Widerstand leisteten. „Bei den Widerstandskämpfern bewundere ich den aufrechten Geist, die Tapferkeit und die Opferbereitschaft bis hin zum Tod“, erklärte Jauch damals im Gespräch mit HÖRZU. Damit kommen wir zur vielleicht persönlichsten Frage dieses Quiz-Porträts: Wie würde Jauch wohl seinen eigenen Charakter einschätzen? a) nahezu makellos, b) streng, aber gerecht, c) voller Licht und Schatten oder d) schwer zu beschreiben? Die richtige Antwort lautet d). „Das ist nun wirklich sehr schwierig“, antwortete er HÖRZU auf diese Frage. Und fügte einen bemerkenswert offenen Satz hinzu: „Jeder hat irgendwo Charakterschwächen oder vielleicht sogar schon einmal in mehr oder weniger tiefe seelische Abgründe geschaut.“ Kein Satz, den man von einem Mann erwarten würde, der jahrzehntelang sämtliche Beliebtheitsumfragen anführte. Und ja, vielleicht ist es genau diese Mischung aus Selbstironie, Ehrlichkeit und Bodenhaftung, die erklärt, warum ihm Millionen Menschen vertrauen.
Über ein Ende seiner TV-Karriere denkt Günther Jauch nicht nach. „Weder übers Aufhören noch über meine TV-Rente“, versicherte er uns zumindest beim letzten Gespräch mit HÖRZU im Jahr 2024 anlässlich des Jubiläums „25 Jahre ‚Wer wird Millionär?‘“. Was uns zur letzten Quizfrage führt: Nach welchem Prinzip hat Jauch bislang seine großen Sendungen beendet: a) wenn die Quoten fielen, b) wenn der Vertrag auslief, c) wenn es am schönsten war oder d) wenn ein besseres Angebot lockte? Die richtige Antwort lautet c)! „Ich habe stets dann aufgehört, wenn es am schönsten war“, verriet er HÖRZU. Bleibt also nur die Frage offen: Gilt dieses Motto auch für „Wer wird Millionär?“ Die Antwort darauf kennt derzeit wohl nur einer. Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag, Günther Jauch!