HÖRZU gratuliert Axel Milberg zum 70. Geburtstag – so wird gefeiert

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01.08.2026 um 12:00 Uhr
    HÖRZU gratuliert Axel Milberg zum 70. Geburtstag – so wird gefeiert | © Imago
    Endlich Zeit für andere Rollen: Axel Milberg dreht nach dem „Tatort“-Aus viele andere Filme. | ©Imago

    Mit 70 startet Axel Milberg noch mal ganz neu durch. Im Gespräch mit HÖRZU verrät der Ex-„Tatort“-Kommissar seine Zukunftspläne.

    Sein Abschied als „Tatort“-Kommissar Borowski rührte 2025 Millionen: Nach 22 Jahren und 44 Fälle war Schluss. Doch wer glaubt, Axel Milberg würde nun kürzertreten, irrt. Denn der Schauspieler hat endlich mehr Zeit für internationale Projekte - und drehte jüngst in Budapest, Brasilien auch Hamburg. Was es damit auf sich hat, wie Milberg seinen 70. feiert und warum er sich danach vorübergehend zurückzieht, verriet er HÖRZU.

    HÖRZU: Axel Milberg, Wie schmeckt denn das Leben nach dem Abschied vom Tatort“?

    Axel MILBERG: (lacht) Ich habe nicht zurückgeblickt, weil sofort neue Projekte anstanden.

    Zum Beispiel?

    Ein Tag nach Hamburg ging es nach Budapest. Der König von Württemberg war ich, ein hedonistisches Grossmaul in der opulenten Disney+-Serie „Vienna Game“ (ab November, die. Red.) - oder zurück nach Norddeutschland, Ratzeburg spielte ich den damaligen Vorsitzenden des Deutschen Ruderverbands, Walter Wülfing, im Kinofilm „Adams Acht“ (Startdatum: 17.9., die Red.). Die Geschichte erzählt die Jungs im Goldachter um den Rudertrainer Karl Adam, der 1960 eine Außenseiter-Crew formte, die bei Olympia überraschend Gold holte. Dann Wien und gerade stand ich bis noch in Hamburg als Gastro-Blogger für den ARD-Film „Risotto brutale“ vor der Kamera.

    Was ist der Reiz an der Rolle?

    Die heißt Elmar Schneider und ähnelt dem Amerikaner Jonathan Gold und hat ein Herz für den „kleinen Imbiss von nebenan“ nach der Arbeit – sowie auch für Menschen, die aus ihrer Heimat nach Deutschland gekommen sind und die Rezepte ihrer Region mitgebracht haben. Ihnen zuliebe verfasst er ausschließlich wertschätzende Empfehlungen - bis er sich mit Corona ansteckt, was ihm unbemerkt seinen Geschmackssinn raubt. Als er trotzdem eine Kritik schreibt - diesmal vernichtend - gerät die Inhaberin Anna Massi (Maren Eggert) in eine Existenzkrise.

    Drei große Rollen also kurz vor Ihrem 70. Geburtstag. Wie werden Sie feiern?

    Mit einem Großteil meiner Familie - von meinen Kindern über die Schwiegertöchter bis hin zu meiner Schwiegermutter, alle versammelt um einen großen Tisch im Süden. Die Details kennt meine Frau, denn ich drehe mit meinem Freund Daniel Harrich noch bis Ende Juli im Ruhrgebiet, nach dem ARD-Film „Verschollen“ endlich wieder Daniel und ich! Der Inhalt ist aktuell noch top-secret, aber es wird wieder ein wichtiger Film, der Missstände aufdeckt.

    Axel Milberg und seine Ehefrau Edith Milberg. | ©Imago

    Wenn Sie heute, mit beinahe 70, auf Ihr Leben zurückschauen: Worüber würde der junge Axel Milberg, der bereits mit 13 sein erstes Theaterstück schrieb, wohl am meisten staunen?

    Dass sich meine Träume erfüllt haben. Ich habe damals davon geträumt, Schauspieler zu werden und in der ganzen Welt zu arbeiten. Aber wenn du um 1970 in Kiel aufwächst, erschien mir dieser Traum weit weg, es gab nur drei Fernsehprogramme – und die gefährliche B404, die einen mit Hamburg verband. Wo ich aber gar nichts verloren hatte. Ich war mir sicher, dass mich dort immer noch die gleichen Menschen, Freunde, Bekannten und Verwandten umgeben würden wie damals. Die gleichen Gesten, Überzeugungen, Vorurteile. Alles erschien mir vorgegeben. Dem zu entkommen, dafür brauchte ich erst mal viel Kraft, eigentlich Neugier und und Lebenshunger.

    Würden Sie rückblickend irgendeine Weiche anders stellen? 

    Nein. Ich würde stattdessen dem Kind vertrauen, ihm meine Hand auf die Schulter legen und sagen: „Mach‘s genauso!“ Geplant habe ich übrigens wenig im Leben, sondern bin eher meinem Instinkt gefolgt. 

    Geprägt wurden Sie an den Münchner Kammerspielen, in der Ära von Dieter Dorn. Wo ist der Schauspieler in Ihnen eher entstanden – auf der Bühne oder vor der Kamera? 

    Eindeutig im Theater bei vielen Monaten voller unzähliger Proben. Es gab kein schnelles Sich-Zufriedengeben, sondern ewiges Ausprobieren, Infragestellen, Unsicherheiten aushalten. Angebote von vier bis fünf verschiedenen Optionen, um eine Szene überhaupt probieren zu können. Ja. Die Zeit am Theater war absolut prägend. 

    Axel Milberg 1991 in der ZDF-Krimiserie "Tassilo - Ein Fall für sich" mit Sabrina Mesko, Bruno Ganz und Herta Schwarz. | ©Imago

    Schreiben Sie nach Ihrem gefeierten Roman „Düsternbrook“ bereits an ihrem nächsten Buch? 

    Ja! Meine Schreibklausur beginnt direkt nach dem Geburtstag. Im Frühjahr will ich fertig sein. Mehr möchte ich noch nicht verraten – nur so viel: Es wird weniger biografisch, sondern wahrscheinlich eine Sammlung von kürzeren Erzählungen.

    Sind Sie im Leben von großen Schicksalsschlägen verschont geblieben?

    Tatsächlich ja ... Wobei mir bewusst ist, dass schon morgen alles anders sein könnte. Und dafür bin ich total dankbar. Ich habe allen Grund dazu. Undank wäre frevelhaft.

    2025 ermittelte Milberg zum letzten Mal als Borowski an der Seite von Almira Bagriacik. | ©NDR

    Zuletzt drei „Entweder – Oder“-Fragen: Eine Rolle, die wehtut – oder eine,  die Spaß macht?

    Ich bitte sie.,Eine Rolle, die Spaß macht.

    Theatergarderobe oder Wohnzimmersofa? 

    Theater.

    Gelassenheit oder ewige Unruhe?

    Gelassenheit. Es gibt sie, meine innere Unruhe. Viel zu viele aufgeregte Momente – aber daher ist es  eben eine wunderbare Vorstellung, gelassen zu bleiben.  

    Schlussfrage: Was spricht Sie mehr an - nochmal 30 sein oder 70 bleiben?

    30 – aber am liebsten mit dem Wissen und Können von heute.