„Merz gegen Merz“: Anne und Erik nähern sich wieder an - heute TV-Premiere

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19.08.2026 um 23:00 Uhr
    „Merz gegen Merz“ 4: Anne und Erik nähern sich wieder an -heute TV-Premiere | © ZDF
    Getrennt, aber vereint im Witz: Annette Frier und Christoph Maria Herbst spielen Anne und Erik Merz. | ©ZDF

    Annette Frier und Christoph Maria Herbst sprechen bei HÖRZU über Teil 4 ihrer TV-Komödien-Reihe „Merz gegen Merz“.

    Sie dürften Deutschlands bekanntestes TV-Scheidungspaar sein: Seit 2019 zerlegen sich Annette Frier (52) und Christoph Maria Herbst (60) als Anne und Erik Merz erst in der Serie, dann in der lockeren Reihe „Merz gegen Merz“. Das Format entstand nach einer Idee von „Stromberg“-Autor Ralf Husmann. Am 20. August zeigt das ZDF mit „Entscheidungen“ (20.15 Uhr) den mittlerweile vierten Film. HÖRZU traf das Duo zum Interview.

    Hörzu: Angenommen, Anne und Erik würden sich zufällig auf einer Dating-App treffen: Ergäbe das ein „Match“, also würden sie zueinander passen?

    Annette Frier: Ich stelle mir gerade vor, was Ralf Husmann uns da ins Drehbuch schreiben würde: Erik starrt aufs Display und sagt: „Was machst du denn hier?“ Und dann läuft laut der Piña-Colada-Song … Sie kennen ihn bestimmt, das ist der, in dem ein Mann aus Versehen mit der eigenen Frau anbandelt. (Lacht)

    Welche Spitznamen würden sich die beiden für die Dating-App zulegen?

    Frier: Anne würde nie ihren echten Namen nehmen, sonst käme man ihr doch noch auf die Schliche …

    Christoph Maria Herbst:Erik wählt „CX 2000“ – klingt wie der letzte Besen aus „Harry Potter“.

    "Merz gegen Merz: Entscheidungen" am 20. August im ZDF

    Im neuen Film nähern sich Anne und Erik wieder an. Hat Sie das erstaunt?

    Frier: Total! Als die Bücher kamen, waren wir ganz überrascht. Aber erzählerisch muss man die Menschen ja auch überraschen, denn die ganze Zeit nur Konfrontation zu zeigen, ermüdet früher oder später.

    Herbst: Mich hat höchstens überrascht, dass es so spät geschieht. In Eriks Leben passiert ja nicht viel. Mit dem wunderbaren Hund, den er sich angeschafft hat, ist eine wirklich menschliche Beziehung nun mal nicht möglich. Und Anne stellt fest, dass Erik eigentlich gar nicht sooo übel war – verglichen mit dem, was sie jetzt hat. Denn ihr Jonas, Stichwort Traumtänzer, geht ihr ja massiv auf den Senkel. Plötzlich merkt sie, dass der „Spatz in der Hand“ vielleicht doch besser ist als die „Taube auf dem Dach“.

    Passt der Titel „Merz gegen Merz“ angesichts der Annäherung noch? Müsste es jetzt nicht „Merz mit Merz“ heißen?

    Herbst: An dem Punkt sind wir noch lang nicht! Es bleibt bei „Merz gegen Merz“. Das ist ja geradezu ein Brand. Außerdem muss der Name Merz unbedingt auftauchen. Aus Gründen. Und diese kleine Legislaturperiode überstehen wir auch noch.

    Darum geht’s im neuen Film: Eigentlich will Maria (Claudia Rieschel), die Mutter von Anne, nur eins: endlich die Verlobung mit ihrer Lebensgefährtin Silvia (Alexandra von Schwerin) feiern. Doch zwischen Schokobrunnen und Käsebüfett geraten Anne (Annette Frier) und Erik (Christoph Maria Herbst) in ein Chaos aus alten Gefühlen und neuen Fronten: Annes Lover Jonas (Nikolaus Benda) will ihr auf dem Fest einen Heiratsantrag machen, und der demenzkranke Firmenpatriarch Ludwig (Michael Wittenborn) fühlt sich so überflüssig, dass er eine folgenschwere Entscheidung trifft. | ©ZDF

    Privat führen Sie beide seit vielen Jahren glückliche Ehen. Was ist Ihrer Erfahrung nach das Fundament einer funktionierenden Beziehung?

    Frier: Humor! Das thematisieren Anne und Erik ja selbst, denn Humor war immer der Humus, auf dem ihre Ehe all die Jahre gedieh. Bis er ihnen abhandenkam. Dieses Humorpflänzchen muss man pflegen, genau wie die Freundschaft: Wäre ich mit meinem Mann nicht auch richtig gut befreundet, wäre ich nicht mehr mit ihm zusammen. 

    Herbst: Außerdem erfordert Liebe natürlich auch die Akzeptanz eines Wandels, weil man sich ja ständig selbst verändert, genau wie der Partner. Da muss man aufpassen, dass keine Paralleluniversen entstehen, sondern genug Schnittmengen bleiben. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass meine Frau mich total erdet: Ich habe den Kopf gern in den Wolken, und sie sorgt dann für die nötige Schwerkraft.

    Apropos Humor: Ihr Kollege Hape Kerkeling sagte neulich, Deutschland habe in puncto Humor Schnappatmung. Wenn Sie an die aktuelle politische Gemengelage denken: Wird hierzulande zu wenig gelacht?

    Frier: Angesichts der Zahlen und der Lage in Europa kann einem das Lachen schon mal im Hals stecken bleiben. Aber Humor ist eine feste Säule, über die wir überhaupt wieder ins Gespräch kommen können. Die „Humorpolizei“ empfinde ich als gar nicht so strikt, denn ich habe noch nie an einem Tisch gesessen und gedacht: Mist, diesen geilen Witz darf ich jetzt nicht mehr machen. Und Empörung allein ist kein Zustand, in dem man handeln kann. Manchmal muss man das Ganze wieder spielerischer betrachten, weil man erst dann wieder handlungsfähig wird.

    Herbst: Ich glaube, dass gerade jetzt eine Art „Hoch-Zeit“ für Komödianten wie Annette und mich ist, weil die Menschen ja geradezu danach lechzen, wieder lachen zu dürfen … Wobei das Lachen bei „Merz gegen Merz“ immer auch ein kleines Geschmäckle hat: Es ist ein Lachen mit Substanz. Um einen bekannten Kabarettisten zu zitieren, der neulich sagte: „Wenn die Weidel Kanzlerin wird, bin ich weg!“ Das würde ich für mich wohl auch so sagen.

    Frier: Ich fahr mit!

    Herbst: Vor den Landtagswahlen im September sehe ich durchaus tiefschwarze Wolken am Horizont. Aber das Lachen lasse ich mir nicht verbieten – nicht von rechts außen und auch nicht von links außen.