Neue Abenteuer für „Die Bergretter“: Schauspielerin Luise Bähr verrät, wie fordernd der Dreh in den Alpen ist.
Steile Felswände, enge Gletscherspalten, abgelegene Höhlen: Um verunglückte Wanderer zu bergen, wagen sich „Die Bergretter“ an die gefährlichsten Orte – und setzen dabei nicht selten die eigene Gesundheit aufs Spiel. Schon seit 2009 läuft die ZDF-Serie, seit 2014 spielt Sebastian Ströbel den Einsatzleiter Markus Kofler. Noch immer schalten bis zu fünf Millionen Zuschauer ein, um bei den spektakulären Rettungsaktionen mitzufiebern. Nun startet die 17. Staffel mit sieben neuen Episoden in Spielfilmlänge (ab Do, 30. Oktober, 20.15 Uhr im ZDF und alle Folgen schon jetzt in der Mediathek).
Darstellerin Luise Bähr ist seit 2014 in der Rolle von Notärztin Katharina Strasser mit dabei. „Als Schauspielerin hat man ja eigentlich das Bedürfnis, sich auszuprobieren und immer wieder neue Figuren zu spielen. Aber dieses Format hat mich so begeistert, dass ich langfristig geblieben bin“, sagt die 46-Jährige im Interview mit HÖRZU. „Der tolle Arbeitsort in den Bergen, das Team und natürlich der große Actionanteil machen jeden Dreh aufs Neue spannend und herausfordernd.“
Gut sechs Monate im Jahr verbringt die Crew in der österreichischen Region Ramsau am Dachstein. Gefilmt wird in drei Blöcken. Im Februar startet die Arbeit an den Winterfolgen – Schneewanderungen und Skifahren inklusive. „Eine gewisse Grundfitness gehört bei solchen Szenen einfach dazu“, sagt Bähr. „In der aktuellen Staffel musste ich mich etwa in einer Eishöhle abseilen und mit Steigeisen klettern. Dafür habe ich im Vorfeld mit meinem Schwager, dem Extrembergsteiger Robert Jasper, trainiert.“
Während der Dreharbeiten werden die Darsteller stets von echten Bergrettern unterstützt: „Sie sind eine zentrale Instanz im Team, schließlich sind wir oft im Hochgebirge unterwegs“, so Bähr. „Wir beraten gemeinsam, welche Stunts für uns Schauspieler möglich sind – und wie sie sicher umgesetzt werden können.“ Auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. „Bei der Szene in der Gletscherspalte herrschte draußen so ein Schneesturm, dass fast nichts mehr zu sehen war“, erinnert sich Bähr. „Ich habe mich gemeinsam mit einem echten Bergretter angeseilt, ganz nah, damit wir uns bloß nicht aus den Augen verlieren – abenteuerlich.“
Die Arbeitsbedingungen in den Bergen sind nie einfach, weiß Bähr: „Mal drehen wir morgens bei minus 20 Grad auf dem Gletscher, im Sommer dann bei 30 Grad in der Höhensonne.“ Während das Team sich über die Jahre daran gewöhnt hat, sind sie für Gaststars stets herausfordernd. Besonders die dünne Höhenluft macht vielen zu schaffen. „Die Hauptcrew lebt während der Dreharbeiten in Ramsau am Dachstein auf gut 1000 Metern Höhe, da ist man akklimatisiert“, sagt Bähr. „Den meisten Episodendarstellern, die kurz vorher anreisen, merkt man in den ersten Tagen aber noch an, dass sie oft noch nicht so fit sind. Ich bin mittlerweile gefühlt eine Einheimische und spüre den Höhenunterschied überhaupt nicht mehr.“
In den aktuellen Folgen werden die Bergretter wieder mit dramatischen Fällen konfrontiert. In Folge 2 spielt Jessica Ginkel („Die Eifelpraxis“) eine verzweifelte Mutter aus Wien, deren Tochter in den Bergen verschwunden ist. „Mich haben das Buch und meine Rolle gereizt. Ich darf einen spannenden Bogen spielen“, so Ginkel. „Meine Figur wirkt erst einmal wie eine überbehütende Mutter, doch nach und nach bröckelt die Fassade und die Wahrheit kommt ans Licht.“ Einige Momente sind ihr besonders in Erinnerung geblieben: „Ganz klar die Szenen im Helikopter: Eigentlich habe ich Flugangst, im Hubschrauber war sie aber gar nicht so groß. Ich habe Luise für ihren Mut bewundert, sie ist am Seil des Helis abgehoben.“