„Spuren des Verbrechens“: Neuer „Aktenzeichen XY“-Ableger startet heute im ZDF

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06.05.2026 um 09:00 Uhr
    „Spuren des Verbrechens“: Neuer „Aktenzeichen XY“-Ableger startet heute im ZDF | © ZDF / Tobias Schult
    Helene Reiner moderiert den neuen „XY“-Ableger, unterstützt wird sie dabei von Kriminaloberkommissar Fabian Puchelt. | ©ZDF / Tobias Schult

    In einem neuen Ableger von „Aktenzeichen XY ...“ rollt Moderatorin Helene Reiner Altfälle des „XY“-Archivs auf.

    Wie geht es Angehörigen von Verbrechensopfern, wenn die Fahndung nach den Tätern im Erfolgsformat „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ ausgestrahlt wurde? Wie leben Betroffene weiter, wenn der Mörder ihrer Liebsten nie gefasst wird? Wie fühlen sich dann die verantwortlichen Ermittler? Nur drei von vielen Fragen, denen die neue ZDF-Reihe „XY Spuren des Verbrechens“ in sechs Folgen nachgeht.

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    Jede Sendung konzentriert sich auf ein Thema: „Vermisste“, „Entführte“, „Serienmörder“, „Verbrechen an Prostituierten“, „tötende Frauen“ und „Femizide“. Das gemeinsame Merkmal der 50-minütigen Dokus: Sie greifen mehrere Fälle aus dem historischen „XY“-Archiv auf und erzählen sie weiter. Mal am Beispiel neuer Ermittlungsmethoden, mal durch Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen, mal mit psychologischen Einordnungen und dem professionellen Blick des Kriminaloberkommissars Fabian Puchelt vom Bayerischen Landeskriminalamt. 

    Präsentiert wird der „XY“-Ableger von der Journalistin, Dozentin und ZDF-Podcasterin Helene Reiner. Am meisten bewegte die Moderatorin ein Entführungsfall, der am 13. Mai in Folge 2 Thema ist: 1993 wurde Achim Heftrich, Anfang 30 und Sohn eines Großhändlers, verschleppt und, bevor er freikam, fast zehn Tage in einer Holzkiste gefangen gehalten. Reiner verrät im Gespräch mit HÖRZU: „An einer Stelle fragte ich ihn, wie er es schaffte, ein normales Leben zu führen – und merkte sofort, dass diese Formulierung nicht passt. Ich fügte schnell ein ‚halbwegs‘ vor das ‚normale Leben‘ ein. Er hat dann sehr klar gesagt, dass für ihn nichts mehr so ist wie vor der Entführung. Selbst ein MRT oder der Gang in einen Keller wären bis heute mit Angst verbunden.“

    Verzicht auf Effekthascherei

    Die drastischen Umstände von Heftrichs Gefangenschaft werden illustriert durch sogenannte Graphic Novels, Animationen der Künstlerinnen Saba Bussmann und Uta Röttgers. So sollen Gewalt und Schlüsselmomente des Verbrechens in eine reduzierte, zurückhaltende Bildsprache übersetzt werden. In anderen Fällen untersagt auch der Opferschutz Nachstellungen. 

    Was hat Reiner durch die Beschäftigung mit den Altfällen gelernt? Einerseits, so die neue ZDF-Moderatorin, dass man Tätern ihre Verbrechen nicht ansieht. Andererseits, dass „True Crime“, also wahre Verbrechen, kein Genre sei, sondern vielmehr ein Spiegel. Das belegen laut Reiner vor allem die Folgen über Femizide und Gewalt gegen Prostituierte. „Wie wir mit Verbrechen, mit Opfern, aber auch mit Tätern umgehen, sagt viel über uns als Gesellschaft aus. Darüber, welche Werte wir haben und wo es vielleicht blinde Flecken gibt.“

    Hat die intensive Beschäftigung mit Verbrechen Reiners Blick auf Menschen verändert? Die Moderatorin hält kurz inne. Dann wird sie ernst: „Es ist keinesfalls so, dass ich hinter jeder Ecke einen Verbrecher vermute. Aber meine Sensoren für potenziell brenzlige Situationen sind auf jeden Fall geschärft.“

    Die erste Folge von „XY Spuren des Verbrechens“ läuft heute, am 6. Mai 2026, um 19:50 Uhr im ZDF.