Ein neuer Kommissar und ein brandgefährliches Kartell, das Europa bedroht. „Tatort“ XXL: alles über die heutige Doppelfolge mit Wotan Wilke Möhring und Denis Moschitto.
Statt der üblichen 90 Minuten volle 180 – und das am Stück! Ermittlungen in Deutschland und den Niederlanden. Zahlreiche Mordopfer und dazu der Amtsantritt eines neuen, ganz besonderen Ermittlers. Das sind die Zutaten, mit denen Das Erste am 21. Dezember anlässlich des Jubiläums „55 Jahre ‚Tatort‘“ noch einmal richtig groß auftischt. So viel vorab: Es wird ein mörderisch spannender Geburtstagsgruß für die Krimireihe, ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Fans.
Die Story der beiden zusammenhängenden Folgen „Ein guter Tag“ (ab 20.15 Uhr) und „Schwarzer Schnee“ (ab 21.45 Uhr): Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und sein neuer Kollege, Cyber-Kriminalist Mario Schmitt (Denis Moschitto), sollen das Verschwinden des verdeckten Ermittlers Carsten Kellmann (Andrei Viorel Tacu) in der deutsch-niederländischen Grenzregion aufklären.
Gemeinsam mit der niederländischen Ermittlerin Lynn de Baer (Gaite Jansen, „Peaky Blinders“) stoßen sie auf die Spuren einer Gewalttat sowie auf Hinweise, dass Kellmann entweder entführt wurde oder zur „Mocro-Mafia“, einem marokkanischen Verbrecherkartell, übergelaufen sein könnte. Dessen inhaftierter Boss Saidi (Yousef Sweid) ist berüchtigt für skrupellose Gewalt, den Einsatz jugendlicher Auftragskiller und für einen weitverzweigten Drogenhandel, der über die Grenze auch nach Deutschland schwappt.
Im zweiten Teil gerät das deutsch-holländische Trio dann immer tiefer in ein geplantes Großgeschäft des Kartells in Emden, das Karim Saidi (Yasin El Harrouk), der Sohn des inhaftierten Paten, in Gang gesetzt hat und das der verschwundene Kellmann zu Fall bringen wollte. Während weitere Morde passieren, versucht Kommissar Thorsten Falke, von Kellmann entscheidende Infos zu bekommen: Ist der verdeckte Ermittler wirklich übergelaufen oder spielt er ein ganz besonders trickreiches Spiel? Anders als bei früheren „Tatort“-Zweiteilern, die an aufeinanderfolgenden Sonntagen liefen, würde man hier den zweiten Teil nicht verstehen, ohne den ersten gesehen zu haben.
Und der XXL-Krimi hat noch eine Besonderheit: einen erschreckend realen Hintergrund. Beide Filme basieren unter anderem auf Recherchen des „Spiegel“ Reporters Jürgen Dahlkamp über die fatalen Folgen einer verfehlten Drogenpolitik in den Niederlanden. Kurz nach den Dreharbeiten wurde die Fiktion von der Realität eingeholt: Im Januar 2025 schoss ein 15-Jähriger aus den Niederlanden im Hamburger Stadtteil St. Georg auf einen Mann – vermutet wird ein versuchter Auftragsmord unter rivalisierenden Banden.
Und wie tickt der neue „Tatort“-Ermittler Mario Schmitt? Denis Moschitto („Rheingold“) verrät gegenüber HÖRZU: „Ich bin selbst ein Nerd und habe noch weitere Punkte, an denen ich mit Mario connecten kann.“ Beispielsweise sei er – genau wie die Figur – ein ausgebildeter Hacker und bringe diese Expertise nun in seine Rolle als Cyber-Kriminalist ein. „Ich lege Wert darauf, ein realistischeres Bild von allem zu zeichnen, was mit Computern zu tun hat. Im Film wirkt Technik ja oft wie Magie“, so Moschitto weiter. In Wahrheit sei Hacken vor allem Detektivarbeit und Spionage – und „viel spannender als das klischeehafte stumpfe Tippen auf der Tastatur“.
Marios weitere Markenzeichen? Er ist introvertiert, besserwisserisch, sozial wenig kompetent und hegt eine heimliche Bewunderung für Falke. „Mario ist nicht so cool wie Falke und wäre wohl früher in der Schule von ihm verprügelt worden.“ Die Chemie des Duos stimmt trotzdem, der Vanille-Vapes rauchende Nerd und der Milchtrinker Falke sitzen am Ende gemeinsam beim Schnaps. „Mario sucht Freundschaft“, ahnt Denis Moschitto und hofft, die Figur lange spielen zu dürfen. Der nächste Fall ist schon abgedreht und wird 2026 ausgestrahlt.