Viele Eltern sind aus dem verarmten Nordmazedonien dorthin gezogen, wo es Arbeit gibt - beispielsweise nach Österreich, Malta, Italien oder Deutschland, wie im Fall von Laras und Lukas Eltern. Kinder bleiben oft über Jahre bei ihren Großeltern oder übernehmen die Verantwortung für sich allein, wie Lara und Luka. Die Eltern versorgen ihre Kinder zwar mit Geld, doch den Alltag müssen sie allein bewältigen: Elterngespräche in der Schule selbst führen, Erkältungen allein auskurieren, an der eigenen Zukunft arbeiten. Alles ohne die Nähe und den Beistand ihrer Eltern. Der 13-jährige Mert lebt bei seinen Großeltern, weil seine Mutter nach Österreich gezogen ist und dort drei weitere Kinder großzieht. Mert vermisst seine Mutter. "Er hat ein Lied für sie gedichtet und komponiert", erzählt sein Großvater Nejdin, bei dem Mert wohnt. "Als ich es gehört habe, musste ich weinen." In der kleinen Ortschaft Kočani im Nordosten Nordmazedoniens ruht die Hauptlast der Erziehung und Fürsorge für Mert auf den Schultern der Großeltern. Seit dem Umzug ihrer Tochter nach Österreich unterstützt diese ihre Eltern und ihren Sohn finanziell.





