Wer baut eigentlich unsere Häuser? Das fragt sich Reporterin Elma Softic und kann mit Carlos auf die Baustelle. Er und seine Mitarbeiter arbeiten im Akkord. Am Ende des Tages zählen die vermauerten Steine. "Hier läuft alles auf Leistung. Der Konkurrenzkampf auf dem Bau ist extrem", sagt der 36-Jährige mit einer Zigarette in der einen und dem Energydrink in der anderen Hand. Carlos erzählt, dass praktisch jeder von ihnen ein körperliches Gebrechen hat. Fippi hat seit Jahren Rückenschmerzen vom Steinebuckeln und Mörtelanrühren. Trotzdem wolle er es bis zum Rentenalter 60 durchziehen, sagt er. Fast 40 Prozent der gelernten Maurer verlassen den Beruf nach wenigen Jahren. Doch Carlos würde mit niemandem tauschen. "Wenn ich am Abend an der Bar neben einem Mann im Anzug stehe, bin ich eindeutig stolzer", sagt er. In jeder fertigen Mauer sieht er, was er geleistet hat. Nur die Wertschätzung und Sichtbarkeit fehlen ihm. "Wir Maurer werden häufig übersehen."
