Hamburg: das sind Hafen, Michel, Musical und eben auch dieses handgemachte Universum im Kleinformat. Menschen aus allen Teilen der Welt kommen in die Freie und Hansestadt, nur, um ins Miniatur Wunderland zu gehen. Rund 1,5 Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die große Welt der kleinen Figuren in der Hamburger Speicherstadt. Was als spontaner Einfall der Zwillinge Frederik und Gerrit Braun begann, ist Realität und die größte Modelleisenbahn der Welt geworden.
"Ich wollte da immer rein. Und jetzt bin ich da drin", sagt Christian Wiese. Er ist Dachdeckermeister, hat eine eigene Firma. In der Miniaturwelt balancieren Christian und sein Team unweit der Fleete auf einem Flachdach - mit Blick auf Elbphilharmonie und Davidwache. Wie Christian Wiese sind einige der Millionen kleinen Figuren im Miniatur Wunderland realen Personen und Geschichten nachempfunden. Wer sind die Menschen, die im Wunderland verewigt sind?
Wie sieht die Wirklichkeit hinter den Miniaturen aus? Und welche Geschichten verbergen sich hinter ihren Originalen? Laura Lehmitz arbeitet bei der Hamburger Flughafenfeuerwehr. Die steht, dem Original nachempfunden, im "Knuffingen Airport" im Miniatur Wunderland in der Speicherstadt. Das Ausrücken der Mannschaft ist dort einprogrammiert. Im Gegensatz dazu weiß Laura in der Wirklichkeit nie, wann es losgeht.
Aber wenn es losgeht, ertönt ein markerschütternder Alarm. Dann müssen sie und ihr Team raus aus den Hosen, rein in die Stiefel, ab in ihre Montur, auf den Wagen und los. Der ADAC-Hubschrauber "Christoph Hansa" lässt im Wunderland auf Knopfdruck die Rotoren kreisen. In der Realität macht er das erst dann, wenn Pilot Marcus Daniels, genannt Jack, die Maschine anlässt.
Er fliegt Einsätze, transportiert verletzte und kranke Menschen. Auf seine Schnelligkeit kommt es im Ernstfall an. Trotzdem gilt die oberste Faustregel: nicht rennen - das verursache nur Chaos - sondern zügig gehen. Im Miniatur Wunderland werden große Welten in Klein dargestellt.
